Titania seidl / Lukas Thaler

Pret a porter

 

Wir veranstalteten die Vernissage wie geplant am 13. August 2020 von 16 bis 20 Uhr am Wiener Graben direkt neben der Pestsäule.

 

Es kamen zirka 40 Besucher, (interessierte Passanten nicht mitgezählt.)

 

Die beiden Künstler*innen Titania Seidl und Lukas Thaler verschmelzen in ihrer skulpturalen Kooperati-on für die Daihatsu-Rooftop-Gallery die traditionelle Form des Tafelbildes mit der monolithischen Form und Oberflächenbeschaffenheit des Steines. Organisch eingefasst in einem großen scheinbaren Felsbro-cken erscheinen Titania Seidls Malereien wie Votivbilder der Uneindeutigkeit, zeigen Körperpartien, die sich aus malerischen Gestikularien heraus verdichten. Die Pestsäule am Graben bietet für die Skulptur von Titania Seidl & Lukas Thaler einen besonderen Präsentationskontext barocker Körperlichkeit zwischen Lüsternheit und Leiden.

 

Ihre skulpturale Setzung betont die gegenwärtige Neuinterpretation und -nutzung der Pestsäule unweit des Wiener Stephansdomes in der Innenstadt durch die Wiener Bürger*innen: In den vergangenen Monaten wurde die Säule vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wieder zu einem Ort des Bittens, Hoffens und einem Ort des Hinterlassens von Bitt-Objekten und Bitt-Bildern. Die plötzliche Reaktualisierung historischer Denkmäler, Orte und Symbole aufgrund gravierender Einschneidungen in den öffentlichen Gesellschaftsdiskurs, zum Beispiel ausgelöst durch eine Pandemie oder aber auch durch die aktuellen Beschädigungen von personenbezogenen Denkmälern, motiviert unter anderem durch die „Black-Lives-Matter“-Bewegung, ist ein sehr dynamisches, spannendes aber natürlich auch kritisch zu hinterfragendes Phänomen.